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Mit welchen Kosten ist zu rechnen ?

Das Honorar des Rechtsanwaltes ist gesetzlich festgelegt.
Es bestimmt sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Bei Fällen, welche vor dem 1.7.2004 angefangen haben, bestimmt sich die Vergütung noch nach der zwischenzeitlich entfallenden Bundesrechtsanwaltsgebühren- ordnung (BRAGO).

In den meisten Fällen richtet sich die Höhe der Vergütung des Rechtsanwaltes nach dem sogenannten Gegenstandswert und erst in zweiter Linie nach Art und Umfang der Tätigkeit des Rechtsanwaltes. Da in der Regel nicht nach Stunden abgerechnet wird, entstehen für identische Tätigkeiten unterschiedliche Honorare, je nach Höhe des Gegenstandswertes.

Erstberatung

Kommt es zu einem ersten Beratungsgespräch, darf der Rechtsanwalt von einem Verbraucher auch bei einem sehr hohen Gegenstandswert keine höhere Gebühr als EUR 190,- (netto) abrechnen, da es sich um eine sogenannte Erstberatung handelt. Hinzu kommen noch Auslagen und Mehrwertsteuer. EUR 190,- für eine Erstberatung fallen in der Regel erst dann an, wenn ein Gegenstandswert in Höhe von mindestens EUR 8.000,- erreicht ist und die Beratung nicht von besonderem Umfang und Schwierigkeitsgrad ist.

Außergerichtliche Vertretung

Vertritt der Anwalt Sie außergerichtlich, so fallen in der Regel Gebühren in Höhe von 0,5 bis 2,5 Gebühren an, je nach Art und Umfang der Tätigkeit. Erreicht der Anwalt eine Einigung zwischen den Parteien, erhält er hierfür weitere 1,5 Gebühren, immer in Abhängigkeit vom Gegenstandswert.


Gerichtliche Vertretung

In einem Gerichtsverfahren entstehen für den Anwalt in der Regel 2,5 Gebühren, das heisst eine 1,3 Gebühr für die Vertretung im Prozess und eine 1,2 Gebühr für die mündliche Verhandlung. Sofern der Anwalt für Sie gerichtlich eine Forderung von EUR 5.000,- geltend macht, erhält er hierfür Gebühren in Höhe von EUR 752,50 zuzüglich Auslagen von EUR 20,- und Mehrwertsteuer.

Gebührenüberblick

Gegenstandswert Gebühr
EUR 300,- EUR 25,-
EUR 1.200,- EUR 85,-
EUR 4.000,- EUR 245,-
EUR 10.000,- EUR 486,-
EUR 30.000,- EUR 758,-
EUR 80.000,- EUR 1.200,-
EUR 500.000,- EUR 2.996,-
EUR 1.000.000,- EUR 4.496,-

Strafverteidigung

Im Fall einer Strafverteidigung richten sich die Gebühren nicht nach dem Gegenstandswert, sondern hängen im Wesentlichen vom Umfang der Tätigkeit des Anwaltes ab. Sie sollten vor der Beauftragung des Anwaltes über die Kosten der Verteidigung sprechen, da hier häufig Honorarvereinbarungen auf Basis eines Stundensatzes abgeschlossen werden.


Gerichtskosten

Die Gerichtskosten richten sich nach dem Gerichtskostengesetz und sind ebenfalls abhängig vom Gegenstandswert. Diese sind vor Einreichung einer Klage in voller Höhe zu zahlen, das heisst in Höhe von 3 Gebühren, welche maximal im Gerichtsverfahren anfallen können. Sofern sich ein Gerichtsverfahren vor einem Urteil erledigt, kann es zur Rückerstattung von Gerichtskosten kommen. Gerichtskostenvorschüsse sind bei folgenden Gegenstandswerten beispielsweise wie folgt einzuzahlen:

Gegenstandswert Gebühr
EUR 300,- EUR 75,-
EUR 1.200,- EUR 165,-
EUR 4.000,- EUR 315,-
EUR 10.000,- EUR 598,-
EUR 30.000,- EUR 1.020,-
EUR 80.000,- EUR 1.968,-
EUR 500.000,- EUR 8.868,-
EUR 1.000.000,- EUR 13.368,-

Kostenerstattung

In einem Zivilprozess hat die unterliegende Partei der obsiegenden Partei grundsätzlich die Anwalts- und Gerichtskosten zu erstatten. Dies gilt nicht im Arbeitsgerichtsverfahren in der ersten Instanz. In diesem Verfahren zahlt jede Partei ihren Anwalt selbst.

In einem Strafprozess hat der Verurteilte alle Kosten zu tragen, im Falle eines Freispruches trägt der Staat sämtliche Kosten.

Rechtschutzversicherung

Ist der Mandant rechtschutzversichert so trägt die Rechtschutzversicherung häufig anfallende Anwalts- und Gerichtskosten. Die Rechtschutzversicherung prüft jedoch stets, ob ein Versicherungsfall eingetreten ist. Eine Einstandsverpflichtung der Rechtschutzversicherung ist in der Regel nur dann gegeben, wenn jemand gegen Rechtsvorschriften oder Gesetze zu Lasten des Mandanten verstößt. Nicht jeder Besuch beim Anwalt stellt somit einen Versicherungsfall dar. Bei Zweifeln über die Einstandsverspflichtung Ihrer Rechtschutzversicherung berät Sie der Anwalt oder die Schadensabteilung Ihrer Rechtschutzversicherung vorab telefonisch.

Bestimmte Risiken sind grundsätzlich nicht versichert, was in den allgemeinen Versicherungsbedingungen nachgelesen werden kann. Als Beispiele sind hier zu nennen: familienrechtliche Streitigkeiten, erbrechtliche Streitigkeiten oder Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Bebauung eines Grundstückes. Häufig erstatten die Rechtschutzversicherungen in solchen Angelegenheiten jedoch die Kosten einer Erstberatung, insbesondere im Erb- und Familienrecht.

Honorarvereinbarungen

In besonderen Fällen wird der Anwalt nur aufgrund einer Honorarvereinbarung tätig. Hierbei liegen die Stundensätze je nach Art und Umfang der Tätigkeit zwischen EUR 100,- und EUR 200,- zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer.

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Rechtsanwalt Jörg Ortmüller - Museumstraße 31 - 22765 Hamburg - Tel. 040 / 38 96 01 - Fax. 040 / 3 80 58 90